„Angelglass“ von David Barnett

Ich habe gerade das Buch „Angelglass“ von David Barnett zu ende gelesen und musste gleich nach meinem LapTop greifen, um darüber zu berichten.

Es ist ein Roman mit Fantasyanteil, der jedoch nur wenig Auswirkung auf das Geschehen nimmt.

Das Buch spielt in Prag, und zwar wird parallel aus zwei Welten berichtet. Ein junger Mann wir einmal im Prag der Gegenwart und einmal Ende des 16. Jahrhunderts ohne Gedächtnis in einem Graben aufgefunden. Er bekommt einen Namen: Poutnik („der Wanderer“)

In der Gegenwart schließt er sich einer Gruppe Globalisierungsgegnern an, in der Vergangenheit wird er zum „Spiegel von Prag“ am Hofe des verrückten Königs Rudolf II.

Seine Bestimmung soll es sein, die „Unschuldigen zu retten“.

Das wär schon der erste Punkt, warum mir das Buch gefällt. Ich mag Prag. Es verströmt eine ähnliche Magie wie Venedig. Außerdem mag ich es, wenn Geschichten in der Vergangenheit stattfinden und am besten noch wie hier einige reale historische Personen vorkommen, auch wenn die Geschichte dabei ein wenig umgeschrieben wird.

Es ist schwierig nicht zu viel zu verraten. Etwa in der Mitte des Buches erfährt man, wer der Gedächtnislose ist, etwas später, wieso er in den Graben gekommen ist. Am Ende gibt es dann so eine hübsche Moral, wie spannend Imperfektion im Gegensatz zur Perfektion ist.

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Das Buch ist auch durchgängig spannend, wobei ich sagen würde, dass die Spannung im Verlauf des Buches immer weiter zunimmt. Zuerst wusste ich noch nicht genau was passieren wird und worum es in der Geschichte überhaupt geht, aber schon am Anfang trifft „Poutnik“ auf eine Vielzahl interessanter Charaktere, die alle ihre eigenen Probleme und Geschichten mit sich bringen.

Witzig finde ich, dass mit zunehmender „Brenzlichkeit“ der Situationen die Abschnitte der Erzählungen aus den beiden Welten sich immer öfter abwechseln und am Ende teilweise nur noch aus einem Satz bestehen, was manchmal ein bisschen verwirrend ist.

Doch es war ja auch wirklich spannend. Ich finde es so außergewöhnlich, wie sich die Handlungszweige im Verlaufe des Buches immer weiter verkomplizieren und immer andere Menschen in Verdacht geraten, dies oder das zu sein. Am Ende überschlagen sich dann die Ereignisse völlig und nichts ist so, wie man vermutet hatte. Vielleicht mag das dem Einen oder Anderen unrealistisch und konstruiert vorkommen, mir hat es aber ziemlich gut gefallen! Es war total spannend und ich mag es, wenn nichts vorhersehbar ist. Und noch besser fand ich dann die Lehre oder auch Schlussfolgerung, die abseits von der tollen Imperfektion gezogen wurde… aber die will ich nicht verraten :).

Ach ja, das hätte ich fast vergessen: Ich hasse es ja bekanntlich, wenn Bücher kein Happy End(-ing) haben. Aber in diesem Fall ist alles ein bisschen anders… das Ende der Geschichten ist zwar nicht gut, aber das Ende des Buches an sich hat mir echt gefallen, sodass ich garnicht mehr an dieses Detail gedacht habe….

Ich hoffe ein paar von euch lassen sich davon überzeugen es zu lesen, denn ich finde es schade, dass solche Bücher manchmal einfach in unserer vielfältigen Bücherlandschaft untergehen!

 

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