„Der Bote“ von Inger Edelfeldt

„Der Bote“ – gute Idee, unvorteilhafte Umsetzung?

Kurze Zusammenfassung:
Ein Mädchen ist traurig, dadurch kann ein „Bote“ aus einer anderen Welt (ein zivilisierter Vampir) durch einen Spiegel Zugang zu ihr finden. Zwar passiert das öfter, aber nicht wenn der Betreffende wach ist, sie ist also etwas ganz besonderes. Sie soll in dieser Welt nähmlich eine Prophezeiung erfüllen und alle retten, das Übliche eben.
Nach diesem ersten Besuch kommt sie auf einmal mit demjenigen zusammen, für den sie schon eine Weile geschwärmt hat. Die haben dann so ihre Beziehungs- und Familienprobleme und zwischendurch erfüllt sie auch die Prophezeiung.
Dann steht sie vor der Frage: Will ich bei meinen Lieben mit Gefühlen und Geruchssinn bleiben oder will ich ein Vampir werden, der unsterblich ist und nicht viele Probleme hat?

Edelfeldt+Der-Bote

So, jetzt zur Kritik:

(-)
Der Roman  wurde in der Bibliothek dem Genre Fantasy zugeteilt. An sich finde ich das Buch nicht schlecht, mich stört nur der Fantasyanteil :D. Ausnahmsweise. Die Autorin setzt diesen nicht gut um, er steht nicht wirklich im Mittelpunkt. Ich hatte das Gefühl, dass die Handlung nur abgearbeitet werden musste damit die Geschichte vorankommt. Die Entscheidungen sind zu schnell und unbedacht getroffen und die Welt kaum beschrieben.
Ich hätte es wirklich besser gefunden, wenn er gar nicht da wäre. Er ist für die Geschichte einfach nicht notwendig. Am besten hätte ich es eigentlich gefunden, wenn sich diese ganze Vampirsache als Metapher (für die Flucht vor Gefühlen?) oder schlicht als Einbildung herausgestellt hätte.

(~)
Ich weiß nicht recht, was ich vom Charakter der Hauptperson halten soll. Gut, denn kann man vielleicht nicht wirklich bewerten^^.
Arri ist 17. In den meisten Büchern werden die Mädchen in diesem Alter schon sehr vernünftig und erwachsen dargestellt, was ja nicht unbedingt auf viele 17-jährige zutrifft (kann ich aus Erfahrung sagen :D).
In diesem Roman ist das anders.
An dieser Stelle muss ich auch nochmal „Silber“ von Kerstin Gier als Vergleich nehmen: Auch dort hat mich das etwas kindliche Auftreten der Hauptperson am Anfang ziemlich verwirrt und damit gestört aber im Endeffekt fand ich gerade diese Natürlichkeit sehr gut.
Bei „Der Bote“ hat mich diese Kindlichkeit ehrlichgesagt etwas gestört. Sie hat nicht immer zu den Handlungen der Hauptperson gepasst und wenn, dann waren diese Handlungen schon zu kindlich.

(+)
Was ich aber sagen muss:
Ihre Beziehungsprobleme konnte ich wirklich nachvollziehen und somit konnte ich mich super mit ihr identifizieren. An einigen Stellen fühlte ich mich super verstanden, weil die Gefühle, die auch ich manchmal habe, dort so gut in Worte gefasst wurden.
Ich hoffe an dieser Stelle, dass ihr mich, wenn ihr das Buch lest, nicht für verrückt haltet, es ist natürlich alles im übertragenen Sinne gemeint ;D.
Ich vermute aber auch, dass die Tatsache, dass mich dieser Aspekt beeindruckt, vielleicht damit zusammenhängt, dass ich ansonsten einfach keine Bücher über Beziehungen lese :D. Ansonsten wäre ich wahrscheinlich daran gewöhnt?

Mein Fazit: Weniger etwas für Fantasyfans und eher ein (öhm wie nennt man das?) Buch über zwischenmenschliche Probleme.

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